Prädikat besonders wertvoll
FBW-Jurybegründung zum Film „Armadingen“
Bauer Walter lebt mit seiner Frau Helga auf einem Bauernhof in der Nähe der kleinen Stadt Armadingen. Das gemeinsame Leben ist zur Tagesroutine mutiert, und zu sagen hat man sich nur noch das wirklich Notwendigste, seitens Walter meist nur mürrisches Grummeln. Als er aber über Radio und TV vom baldigen Untergang der Erde durch einen Meteoriteneinschlag erfährt, beginnt Walter über seine eigene Vergänglichkeit und die Überprüfung seiner Haltung der Ehefrau gegenüber nachzudenken. Seine abrupte Kehrtwendung stürzt aber Helga von einer Verwunderung in die andere.
Eine wunderschöne und kurzweilig erzählte Geschichte, welche nicht nur Bauer Walter, sondern vielleicht auch den Zuschauer zum Nachdenken darüber führt, wie urplötzlich die Lebenszeit ihr Ende finden kann. Dramaturgisch gekonnt sind die humorvollen und karikaturhaften Brechungen eingefügt. Schön ist das Spiel mit dem Ende der Welt durch Versatzstücke und Zitate auf bekannte Endzeitfilme. Dass der Ort des Geschehens Armadingen heißt, ist ebenfalls augenzwinkernd sinnfällig. Die Wahl von Gernot Hertel und Karin Gräf als Protagonisten ist ein Glücksgriff und ihr Spiel unter der sicheren Führung von Philipp Kässbohrer glaubhaft gut.
Ein besonderes Lob verdient die Ausstattung mit liebevollen Details und Animationen sowie die schöne Kameraführung. Nicht zu vergessen die gelungene Idee, eine Spielzeug-Eisenbahnlandschaft zum Ort Armadingen und Walters nächtlicher Traumwelt mit Meteoritenhagel zu machen.